Inhalt der Website: Das Bündner Naturmuseum in Chur freut sich auf Ihren Besuch. Wir sind das Informationszentrum für Naturfragen.
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******* Pressetext ********
Zur Eröffnung der neuen Raubtierausstellung im Bündner Naturmuseum.
Die einheimischen Raubtierarten erleben ganz unterschiedliche Schicksale. Nur wenige sind in der heutigen Zeit sehr erfolgreich. Der Fuchs, der Steinmarder und der Dachs setzen sich auch in der Kulturlandschaft durch. Beobachtungen von Iltissen sind wieder häufiger geworden. Der Baummarder, der entlegene Waldungen bevorzugt, ist eher auf dem Rückgang. Mauswiesel und Hermelin werden zwar nicht mehr bejagt. Über das Schicksal dieser Kleinraubtiere weiss man wenig. Nicht weniger als 4 Arten, die bei uns heimisch waren, wurden ausgerottet. Der Fischotter kommt fast in allen europäischen Ländern vor. Nachweise in Graubünden fehlen. Meldungen von Wölfen werden immer häufiger. Ein eigentlicher Bestand hat sich wie beim Luchs noch nicht aufgebaut. Und dann der Bär: Drei Individuen sind in den letzen Jahren in Graubünden erschienen, darunter JJ3, der erlegt werden musste. JJ3 ist als unbekannter Bär zu einem Streifzug nach Graubünden aufgebrochen, wo er durch sein Verhalten, vor allem durch seine Nähe zu den Menschen auffiel und grosse Diskussionen auslöste. Er wurde zu einem viel beachteten Individuum. Jetzt steht er inmitten der anderen Raubtiere in der Museumsausstellung. Diese soll mithelfen, unser Verhältnis zu den Raubtieren zu Überdenken und ihnen in unserer Kulturlandschaft wieder eine Heimat zu geben. Dazu braucht es Engagement für unsere Tierwelt, aber auch eine gewisse Distanz, um alle auftretenden Probleme nachhaltig zu lösen. Die neue Ausstellung zeigt die Raubtiere mit einer angemessenen Zurückhaltung. Vorbei sind die Zeiten, wo Wölfe und Bären mit aufgerissenen Rachen und erhobenen Tatzen gezeigt und damit zu Bestien gemacht wurden. Aber wir präsentieren die Tiere auch nicht als Kuschelbären und Streichelwölfe. Es sind Wildtiere mit einem grossen Verhaltenspektrum, dem wir mit einer relativ neutralen Darstellung am besten gerecht werden. Die Ausstellung wurden von Carmen Gasser Derungs, Remo Derungs und Alessandra Baggiani in enger Zusammenarbeit mit dem Museumsteam gestaltet. Sie umfasst neben einer grosszügigen Vitrinenanlage auch viele spezielle Einrichtungen wie Schubladen, die viele interessante Objekte zur Biologie der Raubtiere enthalten. Ein audiovisueller Beitrag betrifft die Vergangenheit und die Zukunft des Bären in Graubünden. Die ausgestellten Objekte stammen aus der Sammlung des Bündner Naturmuseums. Der Bär JJ3 wurde von Museumspräparator Ulrich Schneppat unter Mithilfe von Stefan Grazer (freischaffender Präparator) und Martin Troxler (Naturhistorisches Museum Bern) präpariert.
Öffnungszeiten des Museums: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr |